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Lampedusa auf St. Pauli

Do. 23.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Lampedusa auf St. Pauli – Monument
D 2013/16, 84min., Regie: Rasmus Gerlach

Eine Gruppe von 80 Westafrikanern steht im Juni 2013 plötzlich vor der Tür der St. Pauli-Kirche in Hamburg. Vom ersten Tag an werden die in der Kirche Asyl suchenden Gäste der St. Pauli-Pastoren vom Filmemacher begleitet. Der Krieg in Libyen hatte sie auf die Flüchtlingsboote nach Lampedusa getrieben. Nach einigen Monaten schickten die Italiener sie einfach mit Touristenvisa weiter nach Deutschland; doch auch in Hamburg wollen die Behörden sie nicht. Die Flüchtlinge schließen sich nun als Gruppe zusammen, um sich politisch Gehör zu verschaffen. Dokumentiert wird, wie aus einem spontanen Akt der Mitmenschlichkeit seitens der Pastoren eine breite Welle nachbarschaftlicher Hilfsbereitschaft geworden ist und wie der Konflikt zur Hamburger „Lampedusa-Krise“ eskaliert. In den drei Jahren dieser Krise entscheiden sich manche Flüchtlinge für den dornigen Weg der „Duldung“, während andere ungeduldet auf eine politische Gesamtlösung drängen. Der Film bewahrt wichtige Etappen der in dem Hafenviertel St. Pauli von je her geübten Willkommenskultur auf und bringt Bruchstücke einer neuen Flüchtlingskultur. So erlebt Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ in der St. Pauli-Kirche seine Urlesung durch die Flüchtlinge, nachdem es ursprünglich von den Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche aufgeführt werden sollte, vor deren Vertreibung.

Anschließend: Gespräch mit Rasmus Gerlach.

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"Ich setze voraus, dass in jeder Gesellschaft die Produktion des Diskurses zugleich kontrolliert, selektiert, organisiert und kanalisiert wird – und zwar durch gewisse Prozeduren, deren Aufgabe es ist, die Kräfte und die Gefahren des Diskurses zu bändigen, sein unberechenbar Ereignishaftes zu bannen, seine schwere und bedrohliche Materialität zu umgehen." Michel Foucault