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Kinoki, Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung, Knotenpunkt Wien, ist Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks, an dem seit den 1920er Jahren gebastelt wird... Hier finden sich Informationen zu Film- Projektionen, Diskussionen, Reflexionen und Produktionen sowie links zu anderen Kinoki-Knotenpunkten.

kinoki mikrokino


Politische Filmabende + Debatte, 1x monatlich bei freiem Eintritt
im depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien. 
mikrokino ist eine Initiative von Kinoki. Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung und wurde 2004 von der IG Kultur Österreich mit dem Förderpreis für Politische Kulturarbeit ausgezeichnet.

Minor Borders: Kleine Grenzen, große Grenzregimes


Do. 4. Mai 17, kinoki mikrokino #223
19:00 depot, Breitegasse 3

Minor Borders: Kleine Grenzen / große Grenzregimes

Lisbeth Kovacic: Minor Boders
"In Europa wird man nicht mit Waffen getötet, hier sind es Stift und Papier" heißt es in der Kurzdoku Minor Border/Kleine Grenze. Lisbeth Kovacic unternimmt in ihren Arbeiten subtile Erkundungen in den Grenzgebieten zwischen Fakten, Emotionen und Migrationsbewegungen. Neben einigen preisgekrönten Videos stellt die Künstlerin und Aktivistin ihr aktuelles Projekt vor, einen Langfilm über den heißen Sommer 2015 in Nickelsdorf. An diesem Ort überkreuzten sich die verlorene Utopie des grenznahen Kleylehofes und eine scheinbar realisierte Utopie von Bewegungsfreiheit, die sich tausende von Refugees aus Budapest kommend genommen hatten.

Minor Border (2015), 25min. Lisbeth Kovacic
Während die Bilder die Demontage der architektonischen Zeugnisse überkommener Grenzstationen dokumentieren, wird im Ton über die Etablierung neuer Grenzregimes reflektiert.

#theircatsaswell
(2016), 4 min. Lisbeth Kovacic
Ein animierter WhatsApp-Chat zwischen österreichischen AktivistInnen und syrischen Refugees auf dem Weg nach Deutschland - samt ihrer Katze.

In Anwesenheit von Lisbeth Kovacic.

OCCUPY/RESIST/PRODUCE

Do., 20.04.17 kinoki mikrokino #222
19:00 depot, 7. Breitegasse 3

OCCUPY – RESIST – PRODUCE: Die Neuerfindung von Arbeit und Selbstverwaltung

Filmstill aus: Vio.Me (2015)
Die Massenentlassungen und Fabrikschließungen in Folge der seit 2007 andauernden Finanzkrise haben die Frage nach der ArbeiterInnen-Selbstverwaltung neu gestellt. Die Dokumentarfilm-Trilogie OCCUPY, RESIST, PRODUCE von Oliver Ressler und Dario Azzellini untersucht drei Beispiele von Fabriksbesetzungen, die sich in erfolgreiche Experimente zur Neuerfindung der Arbeit im 21. Jahrhundert entwickelt haben. Mailand, Rom und Thessaloniki sind die Stationen, in denen ausgesperrte ArbeiterInnen ihre Fabriken übernehmen und im Kollektiv neue Produktionsweisen erfinden. Die gesamte Trilogie zum ersten Mal in Wien samt anschließendem Gespräch mit Oliver Ressler.

Occupy, Resist, Produce – Vio.Me., 30 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – Officine Zero, 33 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – RiMaflow, 34 min., 2014 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.

MOBILISIERUNG DER TRÄUME

Fr. 17.03.17 kinoki mikrokino # 221
19:00 depot, Breitegasse 3

MOBILISIERUNG DER TRÄUME - Eine kurze Geschichte der Medien-Utopien

Das Auge Der Welt (C. Hartmann 1935)
Die Wurzeln der modernen Kommunikations- und Unterhaltungsmedien liegen allesamt im 19. Jahrhundert. Manche, wie der Phonograph, wurden einst als Weltereignis gefeiert und sind heute vergessen, andere wie der Film mussten lange um ihre Anerkennung als ernstzunehmende Ausdrucksform kämpfen. Wieder andere, wie das Fernsehen, brauchten Jahrzehnte um ihren Weg aus dem Labor zu finden.

Was aber all diesen Bild- und Tonmaschinen gemeinsam ist, sind die Wünsche, Vorstellungen und Ängste, die ihnen vorausgingen und die sie teils begleiteten: Das Radio wurde als Mittel der Völkerverständigung und Garant des Weltfriedens gefeiert, das Fernsehen kam rasch als Überwachungsapparat des organisierten Verbrechens in Verdacht und die nervösen Verwirrungen, die das Telefon hervorrief, fanden als Krankheitsbild bald Eingang in die psychiatrische Fachliteratur.

Was ist aus diesen Utopien und Vorstellungen geworden? Haben sie sich bewahrheitete? Wurden sie zerstreut und Lügen gestraft? In welchen der modernen Mythen finden sie sich wieder?

Anhand von zahllosen originalen Filmausschnitten und basierend auf den gleichnamigen Film, geht Martin Reinhart - einer der drei RegisseurInnen - diesen Fragen nach.

Making the Invisible Visible

Do. 12.01.17 kinoki mikrokino # 220
19:00 depot, Breitegasse 3

Making the Invisible Visible - Visualisierungsstrategien der Kontrolle

Banksy: What Are You Looking At?
Einflussnahme auf den öffentlichen Raum sowie Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit spielen seit langem in der Philosophie, Kulturtheorie aber auch bei Verschwörungstheorien eine nicht unwesentliche Rolle. Konzepte der Sichtbarmachung sowohl im gebauten Raum, als auch in unterschiedlichen Medien werden von der Künstlerin und Theoretikerin Vera Kumer kritisch hinterfragt. Der "klinische Blick" von Röntgenbildern oder CAT Scans, der "überwachende unsichtbare Blick" von Infrarot-Kameras und Satellitenüberwachung eröffnet uns den Einblick in die Welt des Nicht-Sichtbaren. Welche räumlichen Strukturen werden über die Institutionalisierung des Blickes etabliert? Welche Auswirkungen haben klinische, wie auch militärische Wege der Sichtbarmachung auf für uns gewohnte räumliche Konzepte wie Distanz, Nähe, Öffentlichkeit und Privatheit?  
Lecture mit Filmausschnitten gestaltet von Vera Kumer.

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Do. 17.11.16 
kinoki mikrokino # 219

19:00 depot, Breitegasse 3

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Ola Balogun bei den Dreharbeiten zu "Cry Freedom"
Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller, Musiker, Musikproduzent und Mitbegründer der nigerianischen Filmproduktion. All diese Begriffe versuchen dem vielseitig Begabten gerecht zu werden. Der streitbare Regisseur Ola Balogun hat – stets zwischen Dokumentar- und Spielfilm oszillierend – Hauptwerke des nigerianischen Kinos geschaffen. Zwischen 1972 und 1982 drehte Balogun, bevor in Nigeria die „Nollywood“-Welle begann, insgesamt zehn Spielfilme. Obwohl seine Spiel- und Dokumentarfilme gern auf Festivals gezeigt werden ist er außerhalb Nigerias inzwischen so gut wie nicht bekannt. Jetzt liegt zum ersten Mal weltweit ein Buch in englischer Sprache über diesen außergewöhnlichen Künstler vor. Anlässlich seines 70. Geburtstages im August 2015 hat sich das Filmkollektiv Frankfurt dem Werk und der Person dieses “großen Unbekannten“ angenommen. Dabei herausgekommen ist ein sorgfältig editierter Band mit 10 AutorInnen, die sich mit profunder Kenntnis dem Filmmacher und der Magie seiner Filme in ihren Texten annähern.

Buchpräsentation von: "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun"
Es werden Kurzfilme und Ausschnitte aus Ola Baloguns Filmen gezeigt, darunter AJANI-OGUN (1976), CRY FREEDOM (1980), IN THE BEGINNING... (1972) und IRON EAGLES (1987).

Außerdem wird Musik aus den Soundtracks zu Baloguns Filmen zu hören sein.
Ein Abend mit Gary Vanisian vom Filmkollektiv Frankfurt

Das Buch "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun" (es werden 10 Exemplare aufliegen) kann an diesem Abend um 20.- EUR erworben werden. Bitte den Betrag genau mitbringen.

Burkina Faso: Revolution mit bloßen Händen

Do., 13.10.16, kinokis mikrokino #218
19:00 depot, Breitegasse 3

19:00 La sirène de Faso Fani
Regie: Michel K. Zongo (Burkina Faso 2015), Französisch mit Engl. UT, 90 min.

Michel K. Zongos vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm macht drastisch begreifbar, wie sich die einst florierende Textilindustrie in Koudougou durch die Strukturanpassungsprogramme von Weltbank und Internationalem Währungsfonds zurückentwickelte. Nach Jahren neoliberalen Privatisierungszwanges verfallen die Fabriken.

Revolution mit bloßen Händen (2016)
21:30 Revolution mit bloßen Händen
Regie: Moussa Ouédraogo, Hans-Georg Eberl (Burkina Faso / Österreich 2016), Französisch und Morée mit Deutschen UT, 70 min.

Eine Bestandsaufnahme des Volksaufstandes im Oktober 2014 in Burkina Faso, der den Sturz des diktatorischen Regimes von Blaise Compaoré herbeigeführt hat. Eine Diktatur wurde gestürzt, aber welche politischen und sozialen Veränderungen müssen erst noch erreicht werden?

Anschließend Diskussion mit Guibien Cléophas Zerbo, Teilnehmer der burkinischen Revolution 2014, und Hans-Georg Eberl.

Lang lebe Dziga Vertov!

Fr. 24.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Vor 120 Jahren wurde Dziga Vertov geboren: unermüdlicher Avantgardist, bedeutender Pionier der Filmgeschichte und erster Theoretiker des Dokumentarfilms. Seine Filme beschreiben nicht eigentlich die Gesellschaft wie sie war, sondern wie sie noch werden sollte. Stets spürt man in ihnen dieses utopische Vorauseilen. Seine Filme sind ein Brunnen, der unseren Durst weiterhin löscht, auch wenn die Quelle versiegt ist.

Im Land der Kinoveteranen
D 1996, 86min., R: Thomas Tode, Ale Muñoz und Rasmus Gerlach

Diese Filmexpedition zu Dziga Vertov beginnt auf dem Schienenstrang als Expedition in Vertovs Moskau (Darsteller des Rechercheurs: Ale Muñoz). Eine Filmgruppe folgt seinen Filmen und Manifesten, aber registriert auch die Veränderungen im Russland der Perestroika. Wurden zu Vertovs Zeiten Lenin-Statuen errichtet, so werden sie nun gestürtzt. Die Zeiten werden ineinander geblendet angesichts der Gemeinsamkeit: Revolution in Russland! Ein 20-jähriger junger Mann meldet sich beim Moskauer Filmkomitee. Er will die Ereignisse der Revolution filmen. Er heißt Dziga Vertov und proklamiert seine Theorie des Film-Auges in militanten Manifesten: »Ich bin Film-Auge. Von heute ab und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich und entferne mich von den Gegenständen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich gleichsam mit dem Maul eines galoppierenden Pferdes.«

Vorfilm: Moskau Enigma
1994/2016, 12min., R: Ale Muñoz

Am 8. März 2015 ist der Filmemacher, Architekt und Höhlenforscher Ale Muñoz im Alter von 50 Jahren in einer spanischen Höhle an Sauerstoffknappheit verstorben. Dieser Abend ist unserem Freund gewidmet, den wir sehr vermissen.

Anschließend Gespräch mit Thomas Tode und Rasmus Gerlach.

Lampedusa auf St. Pauli

Do. 23.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Lampedusa auf St. Pauli – Monument
D 2013/16, 84min., Regie: Rasmus Gerlach

Eine Gruppe von 80 Westafrikanern steht im Juni 2013 plötzlich vor der Tür der St. Pauli-Kirche in Hamburg. Vom ersten Tag an werden die in der Kirche Asyl suchenden Gäste der St. Pauli-Pastoren vom Filmemacher begleitet. Der Krieg in Libyen hatte sie auf die Flüchtlingsboote nach Lampedusa getrieben. Nach einigen Monaten schickten die Italiener sie einfach mit Touristenvisa weiter nach Deutschland; doch auch in Hamburg wollen die Behörden sie nicht. Die Flüchtlinge schließen sich nun als Gruppe zusammen, um sich politisch Gehör zu verschaffen. Dokumentiert wird, wie aus einem spontanen Akt der Mitmenschlichkeit seitens der Pastoren eine breite Welle nachbarschaftlicher Hilfsbereitschaft geworden ist und wie der Konflikt zur Hamburger „Lampedusa-Krise“ eskaliert. In den drei Jahren dieser Krise entscheiden sich manche Flüchtlinge für den dornigen Weg der „Duldung“, während andere ungeduldet auf eine politische Gesamtlösung drängen. Der Film bewahrt wichtige Etappen der in dem Hafenviertel St. Pauli von je her geübten Willkommenskultur auf und bringt Bruchstücke einer neuen Flüchtlingskultur. So erlebt Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ in der St. Pauli-Kirche seine Urlesung durch die Flüchtlinge, nachdem es ursprünglich von den Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche aufgeführt werden sollte, vor deren Vertreibung.

Anschließend: Gespräch mit Rasmus Gerlach.

Politik Macht Kino: BAKUR

SO. 19.06.16; 20:00 Uhr, METRO Kino (1; Johannesgasse 4):
BAKUR (Dokumentation, Türkei 2015, 92 min. R: Cayan Demirel, Ertugrul Mavioglu)
Österreich-Premiere!

BAKUR (NORDEN) ist ein Porträt von Kämpferinnen und Kämpfern in PKK-Ausbildungslagern im Berggebiet zwischen Türkei, Irak und Syrien, einer Region, die auch als Nordkurdistan oder eben BAKUR bezeichnet wird. Ein empathischer und partizipativer Dokumentarfilm und zugleich ein feinfühliges und leises Dokument politischer Propaganda.

Das Screening von BAKUR erfolgt im Rahmen der Reihe TERROR IM BLICK - POLITIK MACHT KINO, in der mehr als 40 Spielfilme und Dokumentationen Aufschluss geben über die Hintergründe von terroristischen Bewegungen, über menschliche Geschichten, politische Interessen und die Militarisierung des Blicks, von der die filmische Aufarbeitung dieses öffentlichen Traumas begleitet ist. Zum gesamten Programm

27. April: Nur die Toten kehren heim

Mittwoch, 27.April 20.30 Uhr im Votivkino/Wien:
Nur die Toten kehren heim
Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei

Dokumentarfilm Österreich & Kurdistan 2015, 81 Minuten
Konzept & Regie: Tina Leisch & Ali Can, Schnitt: Karina Ressler, Produktionsleitung: Şahin Okay & Özge Taş, Ton: Piran Baydemir, Tonschnitt & Sounddesign: Vinzenz Schwab, Musik: Sakina, Mikail Aslan, Delîla, Sadik Hüseyin Dede, Produktion: kinoki

Über eine Million KurdInnen leben in Europa im Exil, viele als politische Flüchtlinge, die nicht in die Türkei zurückkehren können, weil sie dort sofort eingesperrt würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische FreiheitskämpferInnen als TerroristInnen verfolgt. Der Film portraitiert einige der Exilierten, fährt an die Orte in Kurdistan, an die sie selber nicht zurück können und begegnet dort dem Widerstand der kurdischen Zivilgesellschaft gegen die autoritäre, minderheitenfeindliche Politik des türkischen Staates. Wir begegnen z.B. der Bürgermeisterin von Nusaybin, die mit 80% der Stimmen gewählt wurde und doch ständig von Polizei und Regierung unter Druck gesetzt wird. Wir lernen eine der Journalistinnen kennen, die die systematische Folter an kurdischen Kindern und Jugendlichen im Gefängnis von Pozanti aufgedeckt hat. Wir begleiten die Särge der drei in Paris im Jänner 2013 ermordeten kurdischen Aktivisten auf ihrem letzten Weg. Dabei begegnen wir einer Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist, wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur. www.nurdietoten.at

Logbook_Serbistan

Do., 7. April
kinokis mikrokino # 216
20.00 Uhr im Depot

Želimir Žilnik betrachtet die Balkanroute aus der Nähe und verflicht die serbische Migrationserfahrung mit den Geschichten der heutigen Migrant_innen, die ebenfalls vor Armut und Krieg aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens fliehen. Die Begegnungen finden nicht nur im Lager, sondern auch auf der Straße, in den Dörfern, bei Festen und beim Fußballspiel statt.

Logbook_Serbistan (RS , 2015), R: Želimir Žilnik, 94 min.
 Im Anschluss Diskussion mit  Želimir Žilnik

Portrait: Philipp Hartmann

Do. 17.03.16
kinoki mikrokino # 215
19:00 im Depot

Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe
R: Philipp Hartmann, 2013, 76 ½ min.

Dieser ästhetisch rigorose und emotional intensive Film untersucht die Vergänglichkeit der Zeit im Bezug auf das Leben, das Filmemachen und die Dauer des Films selbst. Ein rares cineastisches Dokument, das den Ausdruck von Zeiten, Gefühlen und Gedanken in der Durchquerung so unterschiedlicher Räume wie dem privaten, kollektiven oder persönlichen und nicht übertragbaren Raum in den Blick nimmt.

»Ein Film, so filmisch, so unterhaltsam und so philosophisch wie wenige. Ein Film, der uns heimlich daran erinnert: wir sind alle Kinder der Zeit.« Roger Alan Koza in La Voz del Interior, Argentinien.

Anschließend: Möglichkeit zur Diskussion mit dem Filmemacher, www.zeit-film.de

Portrait: Philipp Hartmann II

Fr. 18.03.16
kinoki mikrokino
19:00 im Depot

Filmstill: Von der Notwendigkeit, die Meere zu befahren
Von der Notwendigkeit, die Meere zu befahren
(R: Philipp Hartmann, 2010, 22min.)
Ein essayistischer Reisefilm, der danach fragt, was wir wohl suchen, wenn wir reisen. Was uns antreibt, welche Bilder wir uns machen und welche Bilder von uns gemacht werden. www.flumenfilm.de

Außerdem: Die Anner-Trilogie:
Der Anner wo annerschder
Der Anner und sei Mudder
Der Anner im Himmel
(R: Philipp Hartmann, 2009)
In dieser humorvollen Kurzfilmtrilogie vom Anner (vom Anderen) thematisiert Hartmann das Andersein in der ersten Person und auf hintergründige Art und Weise.

2014 begleitete Philipp Hartmann seine Filme auf einer Kinotour durch Deutschland. Diese Erfahrung und die Frage nach unabhängigem Filmemachen und ebensolchen Kinos – Wo sind unabhängige Filme (noch) zu sehen? – werden zum Gegenstand der Debatte mit dem Filmemacher. 

120. Geburtstag von Dziga Vertov

Dziga Vertov bei Dreharbeiten zu "Das Elfte Jahr" 1928.
(Vertov-Sammlung, Österreichisches Filmmuseum)
Dziga Vertov, Filmemacher und Begründer des Kinokollektivs KINOKI feiert am 2. Jänner 2016 seinen 120. Geburtstag. Geboren als David Kaufmann im (heute polnischen) Białystok gibt er sich im Zuge der großen Roten Revolution den (ukrainisch-russischen) Kunstnamen Дзига Вертов, das sich etwa als "Kreiselnder Kurbler" übersetzen lässt. Dieser Name beschreibt sein außergewöhnliches Naheverhältnis zur kurbelnden Kreisbewegung, mit der der Filmstreifen an der Linse vorbeigeführt und belichtet, bzw. an der Lichtquelle vorbeigeführt und projiziert wird. Vertov erarbeitet zahlreiche avantgardistische und dokumentarische Filmwerke, Schriften zur Theorie und Praxis des Films sowie programmatische Manifeste. Im KINOKI-Manifest von 1923 formuliert er: „Die Mystifikation im Leben und auf der Leinwand zu entschlüsseln, zu beidem sind die kinoki gleichermaßen verpflichtet.”
 

Die Schutzbefohlenen

Foto; Barbara Elisa Semmler
Künstler und KünstlerInnen der Schweigenden Mehrheit erarbeiteten mit Flüchtlingen aus Traiskirchen einstündige Performance nach Elfriede Jelineks Stück Die Schutzbefohlenen und zwar am 14.12.15 im Schauspielhaus Wien, am 18.12.15 in der Brunnenpassage, und am 25.2.16 in Das Werk am Donaukanal, jeweils um 19:00.

"Ein Theaterabend, der sich laufend weiter entwickelt, so wie sich die Geschehnisse in Österreich entwickeln, die unsere Rahmenhandlung bilden. Weil wir Freund_innen durch Abschiebungen verlieren, neu gewinnen, manche ein neues Zuhause anderswo finden. Weil wir in den Proben immer wieder am Text arbeiten, so wie auch Elfriede Jelinek weiterhin an ihrem Text „Die Schutzbefohlenen“ fortschreibt."

Maidan und… Freiräume im Post-Kommunismus

Do., 19.11.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino #214

Filmstill: Maidan, R: Sergei Loznitsa
Maidan
NL / Ukraine 2014, 130 min, OmeU   
Regie: Sergei Loznitsa; Kamera: Sergei Loznitsa, Sergiy Stefan Stetsenko, Mykhailo Yelchev; Schnitt: Danielius Kokanauskis, Sergei Loznitsa; Produzent Sergei Loznitsa, Atoms & Void

"In MAIDAN fügt Loznitsa Aufnahmen jener zivilen Unruhen, die im Winter 2013/14 am Kiewer Maidan losbrachen, zu einem wirkmächtigen Zeitdokument zusammen. Die Aufstände, die aus einem friedlichen Protestmarsch heraus entstehen, sind eruptives Indiz der lange währenden ukrainischen Revolution. Mit der Absicht, den regierenden ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu stürzen, haben sich die Protestierenden auf dem Maidan versammelt. Als sie jedoch mit der Polizei aneinandergeraten – oder besser gesagt die Polizei an sie gerät –, setzen Straßenschlachten ein, und die Gewalt nimmt überhand. Loznitsa passt einzelne Sequenzen des Protestverlaufs in eine streng geordnete Form ein, verharrt dabei konsequent am zentralen Schauplatz des Geschehens, dem Kiewer Maidan. Schleichend ergibt sich so ein eindringliches Bild, nämlich das der nationalen Neudefinition." (crossing europe film festival)
Anschließend Publikumsgespräch mit Alevtina Kakhidze, Künstlerin (Kiew) [angefragt].

Portrait: Philipp Hartmann

Do., 17.03.2016, 19:00
Kinoki Mikrokino #215

Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe
R: Philipp Hartmann, 2013, 76 ½ min.

Dieser ästhetisch rigorose und emotional intensive Film untersucht die Vergänglichkeit der Zeit im Bezug auf das Leben, das Filmemachen und die Dauer des Films selbst. Ein rares cineastisches Dokument, das den Ausdruck von Zeiten, Gefühlen und Gedanken in der Durchquerung so unterschiedlicher Räume wie dem privaten, kollektiven oder persönlichen und nicht übertragbaren Raum in den Blick nimmt.

»Ein Film, so filmisch, so unterhaltsam und so philosophisch wie wenige. Ein Film, der uns heimlich daran erinnert: wir sind alle Kinder der Zeit.« Roger Alan Koza in La Voz del Interior, Argentinien.
In Anwesenheit des Filmemachers Philipp Hartmann
www.zeit-film.de

Maidan und… Freiräume im Post-Kommunismus II

Fr., 20.11.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino

Filmstill: Free Spaces, R: Ina Ivanceanu
Free Spaces
Luxemburg / Österreich 2015, 60 min, OmeU.   
Regie, Drehbuch: Ina Ivanceanu; Schnitt: Elke Groen, Tatia Skhirtladze; Kamera: Vahe Budumyan, Tatia Skhirtladze, Produktion: Amour Fou, Oikodrom       
       
In vier Metropolen Osteuropas folgt FREE SPACES Künstlerinnen und Künstlern, die mit Witz und Kreativität ihr Recht auf die post-kommunistische Stadt behaupten – "Artivisten" nennen sie sich selbst. Da wird eine Polizeiaktion zu einem provokanten Kinoereignis mit Popcorn, ein alter sowjetischer Zirkus von falschen Tieren besetzt, eine düstere U-Bahn-Passage in eine glamouröse Arena verwandelt, ein stillgelegtes Fabriksareal zur kulturellen Agora umgeformt. Temporäre Freiräume als Laboratorien für eine kommende Demokratie. FREE SPACES zeigt die Verbindungen und Ähnlichkeiten zwischen Tiflis, Jerewan, Chisinau – und Kiew, wo die Zivilgesellschaft kurz nach dem Dreh auf die Barrikaden stieg. Überall geht es um die Rückeroberung des öffentlichen Raums und den Kampf um zivile Selbstbestimmung.

FREE SPACES entstand im Zusammenhang des Projektes SPACES. Nach seiner Premiere beim Crossing Europe Festival und Screenings u.a. in Vietnam, Luxemburg, Schweden und Portugal wird er nun in Wien erstmals in Anwesenheit der Regisseurin Ina Ivanceanu gezeigt.
Im Anschluss an das Publikumsgespräch laden wir zu einem kleinen Umtrunk. 

Nur die Toten kehren heim

Am Sa., den 6.6. feiert der jüngste Film von Tina Leisch und Ali Can im Rahmen des IFFI – Internationales Filmfestival Innsbruck – seine Weltpremiere:

Filmstill: Nur die Toten kehren heim
Nur die Toten kehren heim
Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei
Österreich/Kurdistan 2015, 81 min,
Original Kurmanci/Deutsch/Türkisch/Französisch mit deutschen Untertiteln

Über eine Million KurdInnen leben als politische Flüchtlinge in Europa im Exil und viele können nicht in die Türkei zurückkehren, weil sie dort sofort eingesperrt werden würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische FreiheitskämpferInnen als TerroristInnen verfolgt. Der Film porträtiert diese KurdInnen und fährt an die Orte, an die sie selber nicht zurück können. Er zeigt eine Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur.

Sabina Guzzanti gegen Silvio Berlusconi

Do., 28.5.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino #213

Viva Zapatero!
Italien 2005, 74 Minuten, Regie: Sabina Guzzanti

Als 2003 Sabina Guzzantis satirische Fernsehshow „RAIot“ im staatlichen Fernsehen RAI auf Intervention von Berlusconi abgedreht wurde, macht sich die Komikerin und Regisseurin auf, die Hintergründe der Absetzung zu recherchieren und entlarvt dabei die Mechanismen der Zurichtung der italienischen Medienlandschaft nach den Bedürfnissen des Präsidenten. Erschreckend die drastischen Einschränkungen der Pressefreiheit, grotesk die rhetorischen Verrenkungen mit denen die InterviewpartnerInnen ihren Kotau verteidigen, erhellend Dario Fos Plädoyer für die Satire, tragikomisch Sabina Guzzanti als Berlusconi. 
Der Titel des Filmes ist eine Hommage an den damaligen spanischen Präsidenten, der unmittelbar nach Amtsantritt beschloss, dass das staatliche Fernsehsehen nicht mehr von politischen Seilschaften geleitet werden soll.
Anschließend: Skypekonferenz mit Sabina Guzzanti, moderiert von Ingo Lauggas

Sabina Guzzanti gegen Silvio Berlusconi II

Fr., 29.5.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino

La trattativa
Italien, 2014, 104 min, Regie : Sabina Guzzanti

1992 wurden die Antimafiarichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino ermordet  und eine Anschlagserie brachte in mehreren Städten Italiens Unbeteiligte um. Danach wurde es ruhiger: Offensichtlich war ein Waffenstillstand zwischen Cosa Nostra und hochrangigen Politikern geschlossen worden. Sabina Guzzantis akribische Recherche geht mit Achivmaterial, Interviews mit ZeitzeugInnen und nachinszenierten Schlüsselmomenten diesem skandalösen Pakt nach, der im übrigen im Moment auch Gegenstand eines Antimafiaprozesses in Palermo ist. Besonderes Augenmerk wirft Guzzanti – die selber unter andrem wieder Berlusconi spielt- auf die Zusammenhänge zwischen dessen politischem Aufstieg und der Durchdringung der italienischen Wirtschaft und Politik durch die Mafia im Gefolge des Paktes.
Anschließend: Skypekonferenz mit Sabina Guzzanti, moderiert von Ingo Lauggas

Eine syrische Moderne

Filmstill: Sundūq ad-Dunyā (Opfer) R: Ossama Mohammed 2002
Das Österreichische Filmmuseum widmet sich vom 3. bis 15. Juni dem syrischen Kino von 1970 bis 2002.

Gezeigt werden Filme von drei syrischen Filmemachern, Omar Amiralay (1944–2011), Mohamad Malas (*1945) und Ossama Mohammed (*1954). Die Reihe konzentriert sich auf eine filmische Entwicklung, die im letzten Jahrzehnt jäh und brutal unterbrochen wurde.

Olaf Möller, der Kurator der Schau: "Es mag schon sein, dass es kein syrisches Kino gibt, doch im Schaffen dieser drei Meister offenbart sich ein Syrien, welches ein Kino hätte – das einmal möglich war und von dem die Welt viel zu lernen hätte." Zur Programmübersicht

Panzerkreuzer Potemkin - "Wiener Fassung" im Österreichischen Filmmuseum

Panzerkreuzer Potemkin (1925/30), Regie: Sergej Eisenstein; Drehbuch: Eisenstein, Nina Agadžanova; Deutsche Bearbeitung: Piel Jutzi; Kamera: Ėduard Tissė; Musik: Edmund Meisel. DCP, s/w, 49 min Rekonstruierte deutsche Nadeltonfassung. Am Fr 6.3. um 20:30 und am So 8.3. um 14:00 im Österreichischen Filmmuseum.

Eisensteins Bronenosec Potemkin (1925) kam 1930, zu Beginn der Tonfilmära, in den deutschsprachigen Kinos neu heraus: als „Talkie“ mit synchronisiertem Ton auf Schallplatten. Die russischen Matrosen erhielten deutsche Stimmen, bereitgestellt u.a. von Schauspielern der linken Piscator-Bühne in Berlin. Der Wiener Komponist Edmund Meisel, der mit seiner Originalkomposition zum Erfolg in Westeuropa beigetragen hatte, bearbeitete seine Musik für die Tonfassung und baute Geräusche und Gesänge als weitere Teile der Klanggestalt in das Werk ein. Nur wenige Monate später verstarb Meisel nach einer Blinddarmoperation im Alter von 36 Jahren – und der Tonfilm Panzerkreuzer Potemkin geriet in Vergessenheit.

Im Jahr 2000 fand Martin Reinhart die verloren geglaubten Nadelton-Schallplatten im Technischen Museum Wien und initiierte gemeinsam mit Thomas Tode eine Neubewertung des Films sowie ein internationales Rekonstruktionsprojekt unter Beteiligung des Filmmuseums. Das Resultat ist ein einzigartiges, „schlagkräftiges“ Seh- und Hörerlebnis – ein Beleg für die von Theodor W. Adorno und Hanns Eisler als sehr unkonventionell gelobte Originalmusik Meisels. Nach erfolgreichen Aufführungen im Ausland kehrt der tönende Panzerkreuzer nach Wien zurück, wo die Geschichte der Rekonstruktion vor fast 15 Jahren begonnen hat. (O.H.)

Die Österreich-Premiere der digital rekonstruierten „Wiener Fassung“ von Bronenosec Potemkin findet in Kooperation mit dem Technischen Museum statt. Zum Auftakt halten die Historiker Martin Reinhart (Wien) und Thomas Tode (Hamburg) einen 30-minütigen Vortrag zur Kooperation von Eisenstein und Meisel und zur Geschichte dieses Films.

Das Rekonstruktionsprojekt wurde durchgeführt von der Universität der Künste Berlin, dem Österreichischen Filmmuseum und dem Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek. Für die Veröffentlichung auf DVD und DCP wurde die Rekonstruktion im Filmmuseum neu bearbeitet und technisch verbessert. Maske und Kothurn, internationale Beiträge zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft hat  der "Wiener Fassung" von Panzerkreuzer Potemkin eine Sondernummer gewidmet.  

Graffiti und Street Art – Die Aneignung der Zeichen

Do., 26.3.2015
Kinoki Mikrokino #212
Wem gehört der öffentliche Raum - I 


Eine Stadt ohne Graffiti ist wie ein Feld ohne Blumen und doch gibt es Leute, die sich beschweren, dass Graffitis den SteuerzahlerInnen Millionen kosten. Genau genommen ist das Gegenteil davon der Fall: Graffitis sind kostenlos, nur die Wände wieder grau anzustreichen verschlingt eine Unmenge Geld. Die Wieder-Eroberung des öffentlichen Raumes beginnt mit zwei historischen Dokumenten zur Graffiti-Geschichte.



19:00
Style Wars
USA 1984; R: Henry Chalfant, Tony Silver; Englisch; 70 min.
Die einen nennen es tagging, die anderen writing, wieder andere einfach bombing, gemeint sind jedesmal Graffitis. Die Frage ist nicht, ob das Kunst ist, sondern dass es sich um eine illegalisierte Form der Eroberung des öffentlichen Raumes handelt. Hier im Fokus: Aufstieg und Fall der U-Bahn Graffitis in New York der 1970er und 1980er Jahre.

20:30
Bomb It
USA 2007; R: Jon Reiss; Englisch; 93 min.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Graffiti mittels Interviews und Bildern von SprayerInnen, die in allen fünf Kontinenten in Aktion treten. Dabei spannt die Narration einen Bogen von der prähistorischen Höhlenmalerei über den Aufstand der Zeichen im New York der 1980er Jahre bis hin zur aerosolhaltigen Aneignung des gesamten Planeten.
 

Graffiti und Street Art – Die Zeichen der Aneignung

Fr., 27.3. 2015
Kinoki Mikrokino
Wem gehört der öffentliche Raum - II 


Das unbefugte Auftragen von Farbe auf Wände anderer gilt als Sachbeschädigung und ist doch eine der wichtigsten zeitgenössischen Interventionen im öffentlichen Raum. Graffiti, Street Art, Urban Art oder Urban Hacktivism sind Forderungen nach der allgemeinen Verfügbarkeit öffentlicher Güter. Wem gehört die Stadt? Jenen, die Wände für Werbezwecke kaufen, oder jenen, die konsumistische Sehgewohnheiten unterbrechen?


19:00
Children of the Iron Snake
AUS 2012; R: Alex Macbeth, Miriam Hisom; Englisch; 51 min.
Eine Kartographie der Street Art Szene von Melbourne, Australien, in der Graffiti-KünstlerInnen ebenso zu Wort kommen, wie Kriminologen, Anti-Graffiti AktivistInnen und PolitikerInnen. Die Doku liefert einen fundierten Einblick in eine der größten künstlerischen Bewegungen unserer Zeit.

20:00
Wem gehört die Stadt?
Zerstörung und Wieder-Aneignung des Öffentlichen Raums
Debatte zur aktuellen Situation in Wien mit  
Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher 7. Bezirk), Jutta Kleedorfer (MA18, Projektkoordinatorin für Mehrfachnutzung), Nicholas Platzer (Kurator und Inhaber der Galerie für Urban Culture INOPERABLE), Tom Strutz (Künstler, Kellner und Graffiti-Aktivist).
Moderation: Helmut Neundlinger (Literat und Literaturwissenschafter).

21:30
Art as a Weapon
Myanmar/Thailand/USA 2014; R: Jeff Durkin; Englisch; 59 min.
An der Grenze zwischen Thailand und Myanmar trifft Street Art auf Buddhismus und stellt die brisante und rebellische Frage nach den künstlerischen Möglichkeiten von sozialer Veränderung. Romi und Yiyi, zwei Migrantinnen aus Myanmar nutzen Spraydosen und Stencils, um auf die Unrechtsverhältnisse aufmerksam zu machen, denen sie entronnen sind. Unterdessen arbeitet Shepard Fairey in San Diego an einem riesigen Wandbild eines Mönchs aus Myanmar…

Roque Dalton: Premio Guiño

Tina Leisch und Roque Dalton (Foto: Sinisa Puktalovic)

Die Doku Roque Dalton, erschießen wir die Nacht! (84min., R: Tina Leisch 2013) wurde beim Internationalen Filmfestival Ojo Cojo in Madrid mit dem Guiño-Preis für den besten abendfüllenden Dokumentarfilm ausgezeichnet!

Hier geht's zur Dankesrede von Tina Leisch

He aquí el discurso de agradecimiento de Tina Leisch

Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit 13.11.14


KINOKIS Mikrokino in Zusammenarbeit mit der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht! des Stuwerkomitees präsentiert wie immer bei freiem Eintritt im depot:
Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit

 


Do., 13.11.14; 19:00
Frauenzimmer
Deutschland 2010, 74 Minuten, Regie: Saara Aila Waasner
Portraits dreier in Berlin sexarbeitender Großmütter in Beruf und Privatleben.
Wie organisiert man sich diesen Beruf am besten? Wieviel Zuneigung zu den Kunden gehört dazu, wieviel Theater? Was verändert sich mit fortschreitendem Alter? Ein realitycheck, der die sex(arbeits)feindlichen Positionen der Abolutionistinnen als Moralinsäure enttarnt: Selbstbestimmte, freudebringende Sexarbeit ist möglich.

Do., 13.11.14; 20.30
Sexworker in Österreich 
Zwischen moralischer Verdammung und politischer Funktionalisierung,
zwischen Viktimisierung und Selbstermächtigung.
Diskussion mit:
Christine Nagl, Beratungsstelle PiA in Salzburg
Helga Amesberger, Autorin der Studie Sexarbeit in Österreich. Ein Politikfeld zwischen Pragmatismus, Moralisierung und Resistenz.
sowie AktivistInnen der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht!

Do., 13.11.14; 22:00
Strich
Österreich 1980, Projektgruppe Videoschluchten: Ruth Leder, Karin Jahn und Ursula Deniflee, dt., 50 Min.
Die drei feministischen Filmemacherinnen Ruth Leder, Karin Jahn und Ursula Deniflee näherten sich in einem Stundenhotel in der Weintraubengasse mit der Kamera den dort arbeitenden Sexarbeiterinnen. "Begonnen haben wir im Herbst 79, aus Interesse am Leben und der Sexualität der Frauen, im Vergleich zu uns und anderen Frauen. Dazu kam, dass in der Frauenbewegung und in so genannten linken Kreisen die Frauen am Strich aus ideologischen Gründen abgelehnt wurden".
Entstanden ist ein liebevoller, aufschlussreicher, undogmatischer Einblick in die Sexarbeit und ein wertvolles historisches Dokument.
In Anwesenheit von Karin Jahn

Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit 14.11.14


 KINOKIS Mikrokino in Zusammenarbeit mit der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht! des Stuwerkomitees präsentiert wie immer bei freiem Eintritt im depot:
Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit




Fr., 14.11.14; 19:00
Auszüge aus den Videoarbeiten
Collateral Damage
Sex Workers and the Anti-Trafficking Campaigns
work in progress von Carol Leigh (AKA Scarlot Harlot)
US-Amerikanische Hilfs- und Präventionsprogramme arbeiten nur mit Projektträgern zusammen, die sich klar für die Kriminalisierung von Sexarbeit aussprechen. Kampagnen gegen „Human trafficking“ dienen oft der Entrechtung von Sexworkern, nicht ihrem Schutz.

Fr., 14.11.14; 19.30
Politiken der Sexarbeit und Politiken der Migration.
Globale Strategien der Entrechtung?
Diskussion mit Vertreterinnen von Lefö und MAIZ

Fr., 14.11.14; 21:00
Las estrellas de la línea (Railroad All Stars)
Guatemala, Spanien, 2006, 90 Minuten, Regie: Chema Rodríguez
Um gegen allgegenwärtige Morde und Gewalttaten gegen Sexarbeiterinnen, gegen  Polizeischikanen und Diskriminierung zu protestieren, gründen Sexarbeiterinnen in Guatemala die „Stars von der Eisenbahnlinie“, ein Fussballteam, das sich aufmacht, nicht nur die Spielfelder zu erobern und nicht nur die Polizistinnen zu besiegen. Chema Rodríguez Dokumentarfilm begleitet die Frauen, von denen einige Migrantinnen aus den Nachbarländern sind.

mikrokino 12.6.14

Donnerstag, 12. Juni 2014, 19:00 im depot bei freiem Eintritt
mikrokino # 210

We will survive and stay alive

Subversiv und mit einem Überraschungsfilm verabschiedet sich kinoki in die Sommerpause. Feministische Rebellinnen kämpfen im New York der 1980er Jahre gegen patriarchale Verhaltensweisen und für die Gleichberechtigung der Frau. Der katholischen Filmkritik war der Film ganz und gar nicht geheuer umso mehr freuen wir uns auf einen grellbunten Abend: „Thematisch ungewöhnliche, fantasievolle und flüssige Untergrundagitation, die allerdings weitgehend nicht mehr als Schlagworte und Phrasen bietet und mit einem fragwürdigen Aufruf zur Gegengewalt endet.“ (Lexikon des Internationalen Films).

mikrokino 15.5.14

Donnerstag, 15. Mai 2014, 19:00
mikrokino #209 


HOCHSICHERHEITSGEFÄNGNIS TYP-F

Typ-F Gefängnis in Kiriklar, Türkei
Neun Regisseur_innen inszenierten in neun Episoden wahre Geschichten von Solidarität und Aufbegehren politischer Gefangener in der Isolationshaft der türkischen Typ-F-Gefängnisse. Der Film wurde von der legendären Protest-Band Grup Yorum produziert.

F Tipi Film/Typ F - Der Film (TR 2012), Regie: Ezel Akay, Baris Pirhasan, Sirri Sureyya Onder, Reis Çelik, Huseyin Karabey, llksen Başarır, Ezel Akay, Sırrı Süreyya Önder, Barış Pirhasan, Aydın Bulut, Hüseyin Karabey, Reis Çelik, Vedat Özdemir, Mehmet İlker Altınay, 115 Min., Türk. OmdU.

mikrokino 10.4.14

Donnerstag, 10. April 2014, 19:00
mikrokino #208

ÜBERLEBEN IM VERSTECK

Heinrich Ehlers, geb. 1939 in Wien, verbringt seine ersten sechs Lebensjahre in einem Kellerversteck im 5. Wiener Gemeindebezirk. Sein Vater, Erster Geiger bei den Wiener Symphonikern, ist Jude, seine Mutter Katholikin und gilt, obwohl in Österreich geboren, aufgrund ihrer polnischen Eltern ab 1939 als staatenlos. In der DVD-Edition Vergessene Opfer von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber erzählt Heinrich Ehlers von der Zeit im Versteck, seinen Erlebnissen nach der Befreiung, seinem Leben in Israel und der Konfrontation mit Antisemitismus sowie mit alten und neuen Nazis nach seiner Rückkehr nach Österreich.
In Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber sowie dem Protagonisten Heinrich Ehlers.

Ausschnitte ca. 90 Min.
Die DVD-Edition Vergessene Opfer kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden. 

mikrokino 20.3.14

Donnerstag, 20. März 2014, 19:00
mikrokino #207

HARRAGA - JENSEITS VON PASS UND GRENZEN

'Harraga' brechen mit dem Regime der nationalstaatlich sanktionierten Identität: Mit dem arabischen Wort bezeichnen sich Menschen, die ihre Ausweise oder Pässe verbrennen und oft genug auch ihre eigene Jugend. Nicht nur um übers Mittelmeer oder andere Routen nach Europa zu reisen, sondern um irgendwo anders als im 'bled' - dem Ort ihres Aufwachsens und Herkommens - ihr Glück zu finden. Ernst Logar präsentierte im Rahmen einer Kunstinstallation das Bergdorf Telouet (Marokko) als postkolonialen Ort zwischen Landleben, Wochenmarkt und Tourismus, zum anderen fungierte ein Container als Verkaufsladen, in dem marokkanische Waren verkauft und der bürokratische Prozess der physischen und wirtschaftlichen Grenzüberschreitung dokumentiert wurde. Die beiden Videos "Rachid" und "Telouet" waren Teil dieser Installation und handeln vom jungen Marokkaner Rachid und seinem Bergdorf im Hohen Atlas. Fragen nach den erlaubten und den verbotenen Bewegungen von Menschen und Waren, von Begehren und Projektionen werden aufgeworfen.
"El Berrani" von Aboubakar Hamzi portraitiert Freunde des Filmemachers in Oran: Künstler, Rapper und Anwärter von Harraga. Sie geben dem Prozess, fremd zu werden, Ausdruck – bereit werden, sich auf und davon zu machen.
Juri Schadens Filmessay "Entwürfe" beschäftigt sich schließlich mit der politischen Bedeutung eines Ortes, an dem die freie Bewegung zum Stillstand gebracht wird, dem neuen Schubhaftzentrum im steirischen Vordernberg.

Rachid, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 4 min
Telouet, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 25 min
El Berrani (Der Fremde), R: Aboubakar Hamzi, Algerien 2010, 25 min, OF dt. eingesprochen
Entwürfe, R: Juri Schaden, A 2013, 22 min

Anschließend Gespräch mit Ernst Logar und AktivistInnen des Refugee Protest Camps

mikrokino 20.2.2014

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19:00
mikrokino #206

ZUM ARBEITERiNNENAUFSTAND IM FEBRUAR 1934

Gefangene Februarkämpfer in Floridsdorf
Knapp ein Jahr nachdem die christlich-soziale Dollfuß-Regierung den Parlamentarismus in Österreich abgeschafft hatte, begann am 12. Februar 1934 von Linz ausgehend der bewaffnete Kampf der sozialdemokratischen Arbeiterschaft für die Wiederherstellung der Demokratie. Das Gedächtnis dieses gescheiterten Aufstands gegen die Faschisierung war immer heikel im großkoalitionären, sozialpartnerschaftlichen Nachkriegsösterreich und filmische Darstellungen sind rar.
Wir zeigen aus Anlass des 80. Jahrestages der Februarkämpfe zeitgenössische Wochenschauberichte aus Österreich und der Sowjetunion. Wir erinnern außerdem an Belá Balázs‘ nicht realisiertes Drehbuch "Hochzeit in Wien", in dem er die Ereignisse in eine Liebesgeschichte verpackte. Schließlich zeigen wir Michael Scharangs „Die Kameraden des Koloman Wallisch“. Scharang erzählt ausgehend von Wallischs Schicksal vom Alltag und von Menschen, die in den Sog der Ereignisse gerissen werden. Auch hier dient eine Liebesgeschichte als Narrativ: Der Werkzeugmacher Viktor ist überzeugter Sozialist. Die Liebe zwischen ihm und der im bürgerlichen Milieu aufgewachsenen Arzttochter Paula droht an der Zuspitzung der politischen Situation zu zerbrechen.

Die Kameraden des Koloman Wallisch. Regie: Michael Scharang, A 1983/84, 90 Min.
Einführung Peter Grabher

mikrokino 9.1.2014

Donnerstag, 9. Jänner 2014, 19:00 im depot
mikrokino #205
HITO STEYERL - MUSEEN ALS SCHLACHTFELDER

Das halbstündige Video „Is a Museum a Battlefield?“ (2013) erarbeitet eine Reihe von Verbindungen zwischen  Kunstsponsoring und Waffenhandel  – im besonderen am Beispiel von Siemens und der Koç Holding. Zwischen Kunst und Krieg entstehen Parallelen: einen Schuss abfeuern, ein Bild schießen... Auch „I dreamed a dream: Politics in the age of mass art production“ kreist um das Verhältnis von Kunst und Kapital: „Warum gibt es so viele Kunstprojekte? Weil wir in einer Welt der künstlerischen Massenproduktion leben. Praktisch jeder ist heute Künstler. (…) Kunstproduktion war früher  eine der elitärsten Aktivitäten, männlichen Meistern vorbehalten, die viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung ihrer Fähigkeiten investieren mussten. Wie wurde diese Praxis so grundlegend demokratisiert?“

I dreamed a dream: Politics in the Age of Mass Art Production. Hito Steyerl, 2012, 30 min, engl.
Is a Museum a Battlefield. Hito Steyerl, 2013, 30 min., engl.

Anschließend Gespräch mit Hito Steyerl.

mikrokino 19.12.2013

Donnerstag 19. Dezember 2013, depot / 19:00
kinokis mikrokino #204

VERGESSENE OPFER - ERZÄHLEN ALS ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Die Berichterstattung über das grausame Schicksal von Friedrich Zawrel, "Spiegelgrund"-Opfer, Überlebender und unermüdlicher Zeitzeuge, steht im Zentrum dieses Mikrokinos. Seine Erinnerungen schließen die Edition "Vergessene Opfer" ab, in der verdrängte oder bewusst negierte Schicksale in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft zur Sprache kommen. "Er hod mi nimma kennt, aber i hob eam kennt", sagte Friedrich Zawrel in einem ORF-Interview über die Wiederbegegnung mit seinem Peiniger, dem Euthanasie-Arzt Heinrich Gross. Dass Zawrel seine Qualen und Erniedrigungen ohne Verbitterung und scheinbar ungebrochen überstanden hat, liegt möglicherweise daran, dass es ihm gelungen ist, sie zum Ausdruck zu bringen.

An diesem Abend werden Ausschnitte aus der 177 minütigen DVD "Kinder- und Jugendfürsorge" in Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber gezeigt. Parallel dazu findet im Dezember die Ausstellung KRIEG GEGEN KINDER im Wiener Künstlerhaus statt.

Die DVD-Edition Vergessene Opfer. Eine Filmreihe von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden.

mikrokino 21.11.13

Donnerstag 21. November 2013, depot / 19:00
kinokis mikrokino #203

DER LETZTE BOLSCHEWIK

Vor 20 Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, versuchte Chris Marker Bilanz zu ziehen über das Experiment des "real existierenden Sozialismus", indem er sowjetische Geschichte durch die Lebensgeschichte eines wahlverwandten russischen Regisseurs erzählte: Alexander Medvedkin - 1900 in die Generation der Revolutionäre hineingeboren und im Jahr des Endes 1989 verstorben - ein Filmenthusiast, der in den frühen 30er Jahren einen Kino-Zug auf die Schienen gestellt und es 1934 in seinem Spielfilm "Das Glück" gewagt hatte, Kritik an den Greueln der Kollektivierung anzudeuten. Marker montiert in seinem Filmessay russisches Revolutionskino mit Videoaufnahmen aus dem Moskau des Jahres 1992: "Von diesem Endpunkt also wird das Abenteuer dieses Jahrhunderts betrachtet und aufgerollt werden: wie eine rote Fahne um das Leben des Alexander Iwanowitsch." (Chris Marker, Exposé zum Film)

Der letzte Bolschewik (Le tombeau d'Alexandre)
Chris Marker, F/GB/FN 1993, 116 min, dt. V.

Roque Dalton

Montag, 18. November um 21 Uhr
Filmpremiere im Neuen Stadtkino im Künstlerhaus am Karlsplatz

Roque Dalton, erschießen wir die Nacht! - ¡Fusilemos la noche!
Österreich, Cuba, El Salvador 2013. R: Tina Leisch
86 min, Produktion: Witcraft, Koproduktion: Kinoki Wien, ICAIC Havanna

Roque Dalton (1935-1975)  ist der wichtigste Dichter El Salvadors, der Bertolt Brecht oder Jura Soyfer Mittelamerikas,  sein Leben ein Abenteuerroman, seine Dichtung der britzelnde Funkenschlag zwischen politischer Utopie und Sinnlichkeit, zwischen revolutionärer Überzeugung und Lust an der Häresie. Von den salvadorenischen Diktaturen wegen subversiver Tätigkeit als revolutionärer Schriftsteller und Agitator zum Tode verurteilt, gelang es ihm zweimal  seiner Hinrichtung zu entkommen. Er war Pionier einer linken Geschichtsschreibung und Kulturforschung und benutzte die Sprache der Strasse und der Wirtshäuser, den Jargon der Bordelle und Gefängnisse. Er beschoss eine sich globalisierende Popkultur mit antikapitalistischen Pointen und kritisierte kommunistische Befreiungskonzepte und mit der fein geschliffenen Machete seines Witzes.
www.roquedalton.at

mikrokino 10.10.13

Kinokis Mikrokino #202
10. Oktober 2013, 19 Uhr

Rani Radovi / Frühe Werke

Regie: Želimir Žilnik, Jugoslawien, 1969, 87 min, schwarzweiß, Original serbokroatisch mit englischen Untertiteln

Drei Männer und eine Frau, die verkörperte Jugoslava, kämpfen sich durch das, was die „Rote Bourgeoisie“ aus dem Sozialismus gemacht hat. Doch ihre revolutionären Ideen finden weder bei den Arbeitern und noch bei den Bauern Anklang, sie glauben sie sich noch nicht einmal selbst. In ihrem Frust schlachten die Männer schließlich Jugoslava.

Žilniks schwarze Parabel, die 1969 in Berlin den Goldenen Bären gewann, aber zu seinem Ausschluß aus der Jugoslawischen Kommunistischen Partei führte, inspiriert zu dringend notwendigen widerborstigen Lektüren der Geschichte der südeuropäischen Sozialismen: Z:B. zu Marina Gržinic's These, dass das neoliberale globale kapitalistische System die finstere Seite des Kommunismus sei und nicht umgekehrt.

Pirika na filmu/Pirika on Film

Regie: Želimir Žilnik, Playground produkcija, Serbien, 2013, 53 min, Original serbisch mit englischen Untertiteln

Als im Oktober 2012 im Berliner Arsenal Žilniks „Frühe Werke“ gespielt wird, meldet sich im Publikum eine Frau und gibt sich als die kleine Pirika zu erkennen, die damals eine Nebenrolle spielte. Žilniks neuester Film ergründet, was seiner damalige Protagonistin in den dreiundvierzig Jahren seither widerfuhr. Ein ergreifendes Portrait einer eigenwilligen Frau, aber auch eine Analyse des postkommunistischen Status Quo in verschiedenen Regionen Europas.

In Anwesenheit von Želimir Žilnik

Der Neue Geist der Migrationspolitik

Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz will „ausgezeichnet Integrierten“ den Zugang zur Staatsbür­gerschaft erleichtern, die SPÖ ist einverstanden und die Grüne Eva Glawischnig freut sich über den "Stilwechsel in der Ausländerfrage". Kann die Öffentlichkeit aber mit den jüngsten Entwicklungen zufrieden sein?
Überlegungen zur österreichischen Migrationspolitik von Martin Stefanov
weiterlesen in medienimpulse…

mikrokino 16.06.13

kinokis mikrokino #201
Mittwoch 13.06.2013, 19:00

PREVIEW
Tränen, per Skype verschickt,
kommen ausgetrocknet an.(Arbeitstitel)
Österreich 2013, ca. 60 min.

Zum Newrozfest im März 2013 erklärte die PKK einen Waffenstillstand, der von den KurdInnen euphorisch begrüßt wurde. Millionen KurdInnen, die der kurdisch-türkische Konflikt ins europäische Exil getrieben hat, hoffen auf Frieden und Rückkehr. Vier Exilierte gaben dem Filmteam je ein Geschenk mit, das in Kurdistan die Wege zu ihren Sehnsuchtsorten eröffnet und persönliche Einblicke in die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes ermöglicht.

Tina Leisch und Ali Can präsentieren einen Rohschnitt des von KINOKI produzierten Dokumentarfilmes. Anschließend feiern wir das zweihunderterste Mikrokino.

Roque Dalton

Der Dokumentarfilm
"Roque Dalton, erschießen wir die Nacht!"
(Österreich, El Salvador, Cuba 2013; 86 min., R: Tina Leisch, Produktion: Witcraft/Kinoki/ICAIC)
hat am 10. Mai in Santa Tecla in El Salvador am 38. Todestag des  Dichters und Revolutionärs Premiere.

Roque Dalton (1935-1975)  ist der wichtigste Dichter El Salvadors, der Bertolt Brecht oder Jura Soyfer Mittelamerikas,  sein Leben ein Abenteuerroman, seine Dichtung der britzelnde Funkenschlag zwischen politischer Utopie und Sinnlichkeit, zwischen revolutionärer Überzeugung und Lust an der Häresie.
mehr Infos

mikrokino 08.05.13

kinokis mikrokino #200
Mittwoch 08.05.2013, 19:00

Ich sehe was, was Du nicht siehst:
Wider die Unsichtbarkeit und die verordnete Illegalität von Migration

Das Rattern der Züge und die Hoffnung irgendwo anzukommen: Alessandra D'Onofrio lässt Menschen mit ihren Erzählungen und Erfahrungen zu Wort kommen, die es trotz großer Mühen geschafft haben, Europa zu erreichen. Durch Standfotos und gesprochene Statements von Refugees verschafft Caught In between Darkness and Light jenen Leuten Gehör, die durch die europaweite, unmenschliche Gesetzgebung nicht zu Wort kommen sollen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Filmemacher Elias Grootaers – mit Not Waving, but Drowning verweigert auch er gängige Erzählmuster. Ausschließlich aus der Perspektive von Gefängnisinsassen werden deren Eindrücke erzählt: Das versachlichte Verhalten der Wärter_innen ihnen gegenüber spiegelt eine bedrückende Realität wider, in der es zunehmend schwer fällt, die eigene Person sowie Ort, Zeit und Raum als ein Ganzes zu erleben.
"We have nothing that is ours except time, in which even the homeless reside." (Baltasar Garcián)

Anschließend Gespräch mit Refugees vom Protest Camp und Unterstützer_innen
CAUGHT IN BETWEEN DARKNESS AND LIGHT
(R: Alessandra D'Onofrio, I/F/GB 2009)
16 min., Englisch

NOT WAVING, BUT DROWNING (R: Elias Grootaers, B 2009)
53 min., Punjabi / Englisch mit englischen Untertiteln

Ein gemeinsamer Abend mit Ethnocineca – Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna. 14. - 17. Mai 2013 im VOTIV KINO, Währingerstr. 12, 1090 Wien.

Zahl oder bleib dumm

Nam June Paik: Buddha TV
Die Kampagne Kunst-hat-Recht: Handelt es sich dabei um eine politische Bankrotterklärung der österreichischen Dokumentarfilmer_innen? Ein Einwand von Tina Leisch
Vor rund einem Jahr begann in Österreich die Kampagne «Kunst hat Recht» zu laufen. Seither gab es unter Künstler_innen und Kulturschaffenden mehrere Runden heißer Diskussionen um die Frage, wie Kunst mit ihrem Urheber_innenrecht umgehen soll – und ob das Internet die Vorhölle der um ihr geistiges Eigentum gebrachten Künstler_innen ist oder doch eher ein Raum, der zur Demokratisierung von Wissen über und Zugang zu Kunst und Unterhaltung beitragen kann. Nun hat sich auch der Dokumentarfilmer_innenverein dok.at entschlossen, die Kampagne mitzutragen. Zum gesamten Text in Augustin. Die erste österreichische Boulevardzeitung

Paradies: Hoffnung


In allen Teilen von Ulrich Seidls Paradies-Trilogie stehen Frauen im Zentrum. In „Paradies: Hoffnung“, der jetzt ins Kino kommt, ist es die13-jährige Melanie. Obwohl auch sie ihr Paradies nicht finden wird, bleibt sie die am positivsten aufgeladene Figur im Seidlschen Universum bislang. Elisabeth Streit sprach mit Seidls Co-Autorin Veronika Franz.

Die Geschichte der Qiu Jin

Ein packendes Epos über das Leben der chinesischen Feministin JIÀNHÚ NUXIÁ ist nun auf DVD/Blu-ray erhältlich. Eine Filmkritik von Elisabeth Streit auf An.Schläge. Das feministische Magazin

Die im „World Cinema“ inszenierten Frauenfiguren stellen diese zumeist in dramatischer Überhöhung, unter repressiven Lebensumständen leidend oder als schönen Aufputz an der Seite eines „g’standenen“ Helden dar. Diese Klischees bedient der im Jahr 2011 entstandene Hongkong-Film „The Woman Knight of the Mirror Lake“ allesamt nicht. Bei dieser bemerkenswerten Frau, die im Zentrum des Films steht, wäre dies vermutlich auch gar nicht möglich gewesen...
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Chris Marker, der Meister des Fragments

ist am 29. Juli in Paris gestorben.
Jenseits seiner bahnbrechenden filmischen Arbeiten weiß die Öffentlichkeit nur wenig über diesen außergewöhnlichen Menschen. Er hieß eigentlich Christian-François Bouche-Villeneuve, verbarg sein Gesicht mit Vorliebe hinter Katzenmasken und verweigerte konsequent Interviews. Die meisten Lexika schreiben entweder, er sei in Belleville geboren worden oder stamme aus Neuilley-sur-Seine. Der englische Kritiker und Autor des New Biographical Dictionary of Film, David Thomson, hingegen behauptet, Marker selbst habe ihm gesagt, er stamme aus Ulan Bator in der Mongolei. Geboren wurde er am 29. Juli 1921. Chris Marker studierte Philosophie bei Jean-Paul Sartre. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligte er sich an der französischen Résistance. Nach dem Krieg begann er, Filme zu schreiben und zu drehen, zudem veröffentlichte er Romane und Gedichte. Er reiste in viele sozialistische Länder und dokumentierte, montierte und konstruierte die dunkelrote Seite der Geschichte neu.

Stop Acta – Act Now!

ACTA, der Gesetzesentwurf neuer Urheberrechte zugunsten der global-players der transnationalen Kulturindustrie liegt in zahlreichen europäischen Parlamenten zur Ratifizierung vor.

Es gibt zahllose Gründe, weshalb sich gerade die KleinproduzentInnen der Kreativwirtschaft vehement dagegen wehren - hier sind zwei Statements zu dieser dringlichen Angelegenheit:



Mehr Rechte gegen die Kunst?
Eine Gegeninitiative zu "Kunst hat Recht" von Konrad Becker, Marina Grzinic, Susanne Kirchmayr, Monika Mokre, Gerald Raunig und Felix Stalder

Kunst und Käse
Ein Alternativ-Entwurf zu Acta von Tina Leisch

Sexworkers

Verklemmte Mitleidssuppe: Eine Kritik von Tina Leisch anlässlich der Verleihung des österreichischen Filmpreises für Dokumentarfilm an Michael Glawoggers "Whores' Glory"

Das Wort ‚Hure’ rufen verlassene Ehemänner der Ex nach. Pubertierende Burschen bezeichnen damit alles Weibliche, das ihnen nicht geheuer ist und zornige Väter die Tochter wenn sie nicht pariert. ‚Hure’ ist ein Wort, das hauptsächlich benützt wird, um Menschen zu beschimpfen, die mit Prostitution gar nichts zu tun haben. Sprechen Menschen, die vom Verkauf sexueller Dienstleistungen leben, von sich selber, nennen sie sich meist SexarbeiterInnen, wenn es z.B. darum geht, die Gleichstellung ihrer Arbeit in arbeitsrechtlichem Sinne zu erwirken. In Werbeanzeigen preisen sie sich auch als Freudenmädchen, Liebeselfen, LiebeskünsterInnen, Escortladies, immergeile Busenwunder oder Französischexpertinnen an.