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Kinoki, Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung, Knotenpunkt Wien, ist Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks, an dem seit den 1920er Jahren gebastelt wird... Hier finden sich Informationen zu Film- Projektionen, Diskussionen, Reflexionen und Produktionen sowie links zu anderen Kinoki-Knotenpunkten.
mikrokino 16.06.13
kinokis mikrokino #201
Mittwoch 13.06.2013, 19:00
PREVIEW
Tränen, per Skype verschickt,
kommen ausgetrocknet an.(Arbeitstitel)
Österreich 2013, ca. 60 min.
Zum
Newrozfest im März 2013 erklärte die PKK einen Waffenstillstand, der
von den KurdInnen euphorisch begrüßt wurde. Millionen KurdInnen, die der
kurdisch-türkische Konflikt ins europäische Exil getrieben hat, hoffen
auf Frieden und Rückkehr. Vier Exilierte gaben dem Filmteam je ein
Geschenk mit, das in Kurdistan die Wege zu ihren Sehnsuchtsorten
eröffnet und persönliche Einblicke in die Geschichte des kurdischen
Befreiungskampfes ermöglicht.
Tina Leisch und Ali Can präsentieren einen Rohschnitt des von KINOKI produzierten Dokumentarfilmes. Anschließend feiern wir das zweihunderterste Mikrokino.
Mittwoch 13.06.2013, 19:00
PREVIEW
Tränen, per Skype verschickt,
kommen ausgetrocknet an.(Arbeitstitel)
Österreich 2013, ca. 60 min.
Zum
Newrozfest im März 2013 erklärte die PKK einen Waffenstillstand, der
von den KurdInnen euphorisch begrüßt wurde. Millionen KurdInnen, die der
kurdisch-türkische Konflikt ins europäische Exil getrieben hat, hoffen
auf Frieden und Rückkehr. Vier Exilierte gaben dem Filmteam je ein
Geschenk mit, das in Kurdistan die Wege zu ihren Sehnsuchtsorten
eröffnet und persönliche Einblicke in die Geschichte des kurdischen
Befreiungskampfes ermöglicht.Tina Leisch und Ali Can präsentieren einen Rohschnitt des von KINOKI produzierten Dokumentarfilmes. Anschließend feiern wir das zweihunderterste Mikrokino.
Roque Dalton
Der Dokumentarfilm
"Roque Dalton, erschießen wir die Nacht!"
(Österreich, El Salvador, Cuba 2013; 86 min., R: Tina Leisch, Produktion: Witcraft/Kinoki/ICAIC)
hat am 10. Mai in Santa Tecla in El Salvador am 38. Todestag des Dichters und Revolutionärs Premiere.
Roque Dalton (1935-1975) ist der wichtigste Dichter El Salvadors, der Bertolt Brecht oder Jura Soyfer Mittelamerikas, sein Leben ein Abenteuerroman, seine Dichtung der britzelnde Funkenschlag zwischen politischer Utopie und Sinnlichkeit, zwischen revolutionärer Überzeugung und Lust an der Häresie.
mehr Infos
"Roque Dalton, erschießen wir die Nacht!"
(Österreich, El Salvador, Cuba 2013; 86 min., R: Tina Leisch, Produktion: Witcraft/Kinoki/ICAIC)
hat am 10. Mai in Santa Tecla in El Salvador am 38. Todestag des Dichters und Revolutionärs Premiere.
Roque Dalton (1935-1975) ist der wichtigste Dichter El Salvadors, der Bertolt Brecht oder Jura Soyfer Mittelamerikas, sein Leben ein Abenteuerroman, seine Dichtung der britzelnde Funkenschlag zwischen politischer Utopie und Sinnlichkeit, zwischen revolutionärer Überzeugung und Lust an der Häresie.
mehr Infos
mikrokino 08.05.13
kinokis mikrokino #200
Mittwoch 08.05.2013, 19:00
Ich sehe was, was Du nicht siehst:
Wider die Unsichtbarkeit und die verordnete Illegalität von Migration
Das
Rattern der Züge und die Hoffnung irgendwo anzukommen: Alessandra
D'Onofrio lässt Menschen mit ihren Erzählungen und Erfahrungen zu Wort
kommen, die es trotz großer Mühen geschafft haben, Europa zu erreichen.
Durch Standfotos und gesprochene Statements von Refugees verschafft
Caught In between Darkness and Light jenen Leuten Gehör, die durch die
europaweite, unmenschliche Gesetzgebung nicht zu Wort kommen sollen.
Eine ähnliche Strategie verfolgt der Filmemacher Elias Grootaers – mit
Not Waving, but Drowning verweigert auch er gängige Erzählmuster.
Ausschließlich aus der Perspektive von Gefängnisinsassen werden deren
Eindrücke erzählt: Das versachlichte Verhalten der Wärter_innen ihnen
gegenüber spiegelt eine bedrückende Realität wider, in der es zunehmend
schwer fällt, die eigene Person sowie Ort, Zeit und Raum als ein Ganzes
zu erleben.
"We have nothing that is ours except time, in which even the homeless reside." (Baltasar Garcián)
Anschließend Gespräch mit Refugees vom Protest Camp und Unterstützer_innen
CAUGHT IN BETWEEN DARKNESS AND LIGHT
(R: Alessandra D'Onofrio, I/F/GB 2009)
16 min., Englisch
NOT WAVING, BUT DROWNING (R: Elias Grootaers, B 2009)
53 min., Punjabi / Englisch mit englischen Untertiteln
Ein gemeinsamer Abend mit Ethnocineca – Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna. 14. - 17. Mai 2013 im VOTIV KINO, Währingerstr. 12, 1090 Wien.
Mittwoch 08.05.2013, 19:00
Ich sehe was, was Du nicht siehst:
Wider die Unsichtbarkeit und die verordnete Illegalität von Migration
Das
Rattern der Züge und die Hoffnung irgendwo anzukommen: Alessandra
D'Onofrio lässt Menschen mit ihren Erzählungen und Erfahrungen zu Wort
kommen, die es trotz großer Mühen geschafft haben, Europa zu erreichen.
Durch Standfotos und gesprochene Statements von Refugees verschafft
Caught In between Darkness and Light jenen Leuten Gehör, die durch die
europaweite, unmenschliche Gesetzgebung nicht zu Wort kommen sollen.
Eine ähnliche Strategie verfolgt der Filmemacher Elias Grootaers – mit
Not Waving, but Drowning verweigert auch er gängige Erzählmuster.
Ausschließlich aus der Perspektive von Gefängnisinsassen werden deren
Eindrücke erzählt: Das versachlichte Verhalten der Wärter_innen ihnen
gegenüber spiegelt eine bedrückende Realität wider, in der es zunehmend
schwer fällt, die eigene Person sowie Ort, Zeit und Raum als ein Ganzes
zu erleben."We have nothing that is ours except time, in which even the homeless reside." (Baltasar Garcián)
Anschließend Gespräch mit Refugees vom Protest Camp und Unterstützer_innen
CAUGHT IN BETWEEN DARKNESS AND LIGHT
(R: Alessandra D'Onofrio, I/F/GB 2009)
16 min., EnglischNOT WAVING, BUT DROWNING (R: Elias Grootaers, B 2009)
53 min., Punjabi / Englisch mit englischen Untertiteln
Ein gemeinsamer Abend mit Ethnocineca – Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna. 14. - 17. Mai 2013 im VOTIV KINO, Währingerstr. 12, 1090 Wien.
Zahl oder bleib dumm
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| Nam June Paik: Buddha TV |
Vor rund einem Jahr begann in Österreich die Kampagne «Kunst hat Recht» zu laufen. Seither gab es unter Künstler_innen und Kulturschaffenden mehrere Runden heißer Diskussionen um die Frage, wie Kunst mit ihrem Urheber_innenrecht umgehen soll – und ob das Internet die Vorhölle der um ihr geistiges Eigentum gebrachten Künstler_innen ist oder doch eher ein Raum, der zur Demokratisierung von Wissen über und Zugang zu Kunst und Unterhaltung beitragen kann. Nun hat sich auch der Dokumentarfilmer_innenverein dok.at entschlossen, die Kampagne mitzutragen. Zum gesamten Text in Augustin. Die erste österreichische Boulevardzeitung
Paradies: Hoffnung
In allen Teilen von Ulrich Seidls
Paradies-Trilogie stehen Frauen im Zentrum. In „Paradies:
Hoffnung“, der jetzt ins Kino kommt, ist es die13-jährige
Melanie. Obwohl auch sie ihr Paradies nicht finden wird, bleibt sie
die am positivsten aufgeladene Figur im Seidlschen Universum bislang.
Elisabeth Streit sprach mit Seidls Co-Autorin Veronika
Franz.
Die Geschichte der Qiu Jin
Ein
packendes Epos über das Leben der chinesischen Feministin JIÀNHÚ NUXIÁ
ist nun auf DVD/Blu-ray erhältlich. Eine Filmkritik von Elisabeth Streit
auf An.Schläge. Das feministische Magazin
Die im „World Cinema“ inszenierten Frauenfiguren stellen diese zumeist in dramatischer Überhöhung, unter repressiven Lebensumständen leidend oder als schönen Aufputz an der Seite eines „g’standenen“ Helden dar. Diese Klischees bedient der im Jahr 2011 entstandene Hongkong-Film „The Woman Knight of the Mirror Lake“ allesamt nicht. Bei dieser bemerkenswerten Frau, die im Zentrum des Films steht, wäre dies vermutlich auch gar nicht möglich gewesen...
... weiterlesen
Die im „World Cinema“ inszenierten Frauenfiguren stellen diese zumeist in dramatischer Überhöhung, unter repressiven Lebensumständen leidend oder als schönen Aufputz an der Seite eines „g’standenen“ Helden dar. Diese Klischees bedient der im Jahr 2011 entstandene Hongkong-Film „The Woman Knight of the Mirror Lake“ allesamt nicht. Bei dieser bemerkenswerten Frau, die im Zentrum des Films steht, wäre dies vermutlich auch gar nicht möglich gewesen...
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Chris Marker, der Meister des Fragments
ist am 29. Juli in Paris gestorben.
Jenseits seiner bahnbrechenden filmischen Arbeiten weiß die Öffentlichkeit nur wenig über diesen außergewöhnlichen Menschen. Er hieß eigentlich Christian-François Bouche-Villeneuve, verbarg sein Gesicht mit Vorliebe hinter Katzenmasken und verweigerte konsequent Interviews. Die meisten Lexika schreiben entweder, er sei in Belleville geboren worden oder stamme aus Neuilley-sur-Seine. Der englische Kritiker und Autor des New Biographical Dictionary of Film, David Thomson, hingegen behauptet, Marker selbst habe ihm gesagt, er stamme aus Ulan Bator in der Mongolei. Geboren wurde er am 29. Juli 1921. Chris Marker studierte Philosophie bei Jean-Paul Sartre. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligte er sich an der französischen Résistance. Nach dem Krieg begann er, Filme zu schreiben und zu drehen, zudem veröffentlichte er Romane und Gedichte. Er reiste in viele sozialistische Länder und dokumentierte, montierte und konstruierte die dunkelrote Seite der Geschichte neu.
Jenseits seiner bahnbrechenden filmischen Arbeiten weiß die Öffentlichkeit nur wenig über diesen außergewöhnlichen Menschen. Er hieß eigentlich Christian-François Bouche-Villeneuve, verbarg sein Gesicht mit Vorliebe hinter Katzenmasken und verweigerte konsequent Interviews. Die meisten Lexika schreiben entweder, er sei in Belleville geboren worden oder stamme aus Neuilley-sur-Seine. Der englische Kritiker und Autor des New Biographical Dictionary of Film, David Thomson, hingegen behauptet, Marker selbst habe ihm gesagt, er stamme aus Ulan Bator in der Mongolei. Geboren wurde er am 29. Juli 1921. Chris Marker studierte Philosophie bei Jean-Paul Sartre. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligte er sich an der französischen Résistance. Nach dem Krieg begann er, Filme zu schreiben und zu drehen, zudem veröffentlichte er Romane und Gedichte. Er reiste in viele sozialistische Länder und dokumentierte, montierte und konstruierte die dunkelrote Seite der Geschichte neu.
Stop Acta – Act Now!
ACTA, der Gesetzesentwurf neuer Urheberrechte zugunsten der global-players der transnationalen Kulturindustrie liegt in zahlreichen europäischen Parlamenten zur Ratifizierung vor.Es gibt zahllose Gründe, weshalb sich gerade die KleinproduzentInnen der Kreativwirtschaft vehement dagegen wehren - hier sind zwei Statements zu dieser dringlichen Angelegenheit:
Mehr Rechte gegen die Kunst?
Eine Gegeninitiative zu "Kunst hat Recht" von Konrad Becker, Marina Grzinic, Susanne Kirchmayr, Monika Mokre, Gerald Raunig und Felix Stalder
Kunst und Käse
Ein Alternativ-Entwurf zu Acta von Tina Leisch
Sexworkers
Verklemmte Mitleidssuppe: Eine Kritik von Tina Leisch anlässlich der Verleihung des österreichischen Filmpreises für Dokumentarfilm an Michael Glawoggers "Whores' Glory"
Das Wort ‚Hure’ rufen verlassene Ehemänner der Ex nach. Pubertierende Burschen bezeichnen damit alles Weibliche, das ihnen nicht geheuer ist und zornige Väter die Tochter wenn sie nicht pariert. ‚Hure’ ist ein Wort, das hauptsächlich benützt wird, um Menschen zu beschimpfen, die mit Prostitution gar nichts zu tun haben. Sprechen Menschen, die vom Verkauf sexueller Dienstleistungen leben, von sich selber, nennen sie sich meist SexarbeiterInnen, wenn es z.B. darum geht, die Gleichstellung ihrer Arbeit in arbeitsrechtlichem Sinne zu erwirken. In Werbeanzeigen preisen sie sich auch als Freudenmädchen, Liebeselfen, LiebeskünsterInnen, Escortladies, immergeile Busenwunder oder Französischexpertinnen an.
Das Wort ‚Hure’ rufen verlassene Ehemänner der Ex nach. Pubertierende Burschen bezeichnen damit alles Weibliche, das ihnen nicht geheuer ist und zornige Väter die Tochter wenn sie nicht pariert. ‚Hure’ ist ein Wort, das hauptsächlich benützt wird, um Menschen zu beschimpfen, die mit Prostitution gar nichts zu tun haben. Sprechen Menschen, die vom Verkauf sexueller Dienstleistungen leben, von sich selber, nennen sie sich meist SexarbeiterInnen, wenn es z.B. darum geht, die Gleichstellung ihrer Arbeit in arbeitsrechtlichem Sinne zu erwirken. In Werbeanzeigen preisen sie sich auch als Freudenmädchen, Liebeselfen, LiebeskünsterInnen, Escortladies, immergeile Busenwunder oder Französischexpertinnen an.
Ein eleganter Herr
… der dennoch fast in Vergessenheit geraten ist, war der Schauspieler, Komponist und Regisseur Willi Forst. Francesco Bono widmete ihm jüngst ein filmkritisches Portrait, das bei edition text + kritik erschienen ist. Elisabeth Streit hat die Publikation für das e-Journal des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft rezensiert…(Li: In Café Elektric spielten 1927 sowohl Willi Forst als auch Marlene Dietrich ihre ersten Hauptrollen)
Der schönste Anarchist von Wien...
... ist woanders hingezogen.Dieter Schrage war von allen Unbequemen dieser Stadt der Liebenswürdigste: Unermüdlich und doch stets verschmitzt in Bewegung für die Schaffung herrschaftsfreier Räume entwarf er das Freie Kino, bastelte an der besetzten Arena mit, kuratierte sozialkritische Kunst, unterstützte alle möglichen Hausbesetzungsbewegungen und -bestrebungen, hielt Vorträge, Reden, Seminare und ging mit Obdachlosen ins Museum, etc., etc. Und bei all dem war er ein nicht aus der Ruhe zu bringender Pazifist und widmete sich dem, was Pierre Ramus – dem er eine ganze Gesellschaft gründete – so formulierte: "Die Umgestaltung der Gesellschaft durch die gewaltlose Revolution, mit den Mitteln des Wortes, hin zu wahrer Herrschaftslosigkeit". Sein Herz, das immer offen war für Kritik und Subversion, ist nun völlig unerwartet stehngeblieben... ciao battagliero!
Revolution will not be televised
Gil Scott-Heron the Godfather of political rap died on May 27:R.I.P.-G.S.H!
This is what G.S.H. said about the theme of his hymn on black panther activism: "You have to change your mind before you change the way you're living and the way you move. So when we said that revolution will not be televised, we were saying that the thing, that is going to change people, is something that no one is going to be able to capture on film"
And that's how political rap started: “You will not be able to stay home, brother. You will not be able to plug in, turn on and cop out. You will not be able to lose yourself on skag and skip out for beer during commercials, because the revolution will not be televised.”
Listen to the whole spoken word for free thanks to the community audio archive:
Leave her to heaven

Tura Satana, diese wunderbare, in Gesprächen stets gut gelaunte Riot Lady ist am 4. Februar 2011 in Reno/Nevada gestorben. Elisabeth Streit widmet ihr einen leidenschaftlichen Nachruf im feministischen Magazin anschläge...
Gangster Girls

Ein Dokumentarfilm aus dem Frauengefängnis Schwarzau
von Tina Leisch (Österreich 2008, 79 min, Ko-produktion: Kinoki)
gangster girls
2. Juni 2011
Gangster Girls im Arsenal, Berlin
Film Talk 08.06.10, 10:00–12:00
Gangster Girls im Österreichischen Filmmuseum
DAGEGEN MUSS ICH ETWAS TUN

Portrait der Widerstandskämpferin Hilde Zimmermann
A 2009, Regie: Tina Leisch, 90 min (Produktion: Kinoki)
info
sixpack
Aktuell: ab 16.4.2010 täglich außer Montag um 17:30 und 19:15 im Filmhauskino am Spittelberg
Schüsse in der Nacht
[Anmerkungen von Tina Leisch zu: EINMAL MEHR ALS NUR REDEN, Anna Katharina Wohlgenannt, Österreich/Nicaragua 2010, 72min.]
„Heute feiern die Hebammen aus den Dörfern und Bergen von Estelí in Nicaragua, in der Nähe der Grenze. Sie haben sich versammelt, um etwas zu feiern, das wahrhaft der Freude würdig ist: seit einem Jahr ist kein einziges Neugeborenes dieser Region mehr an Tetanus gestorben. Die Hebammen durchtrennen die Nabelschnur nicht mehr mit der Machete, brennen sie nicht mehr mit Talg ab und binden sie nicht mehr ab ohne sie zu desinfizieren. Die Schwangeren werden geimpft. Hier glaubt niemand mehr, dass die Impfungen russische Zaubermittel seien, um Christen in Kommunisten zu verhexen; und keiner - oder fast keiner - glaubt mehr, dass die Neugeborenen am bösen Blick eines Betrunkenen oder einer Menstruierenden sterben. Aber dieses Gebiet ist Kriegszone, man lebt im Maul des Untiers und leidet unter den ständigen Angriffen der Invasoren: Viele Mütter beteiligen sich an den Kämpfen. Die Mütter, die nicht kämpfen, stillen die Kinder der Kämpferinnen mit.“ So lautet der Eintrag, den Eduardo Galeano in seiner Chronik Lateinamerikas „Erinnerung an das Feuer“ für das Jahr 1984 vermerkt.
„Heute feiern die Hebammen aus den Dörfern und Bergen von Estelí in Nicaragua, in der Nähe der Grenze. Sie haben sich versammelt, um etwas zu feiern, das wahrhaft der Freude würdig ist: seit einem Jahr ist kein einziges Neugeborenes dieser Region mehr an Tetanus gestorben. Die Hebammen durchtrennen die Nabelschnur nicht mehr mit der Machete, brennen sie nicht mehr mit Talg ab und binden sie nicht mehr ab ohne sie zu desinfizieren. Die Schwangeren werden geimpft. Hier glaubt niemand mehr, dass die Impfungen russische Zaubermittel seien, um Christen in Kommunisten zu verhexen; und keiner - oder fast keiner - glaubt mehr, dass die Neugeborenen am bösen Blick eines Betrunkenen oder einer Menstruierenden sterben. Aber dieses Gebiet ist Kriegszone, man lebt im Maul des Untiers und leidet unter den ständigen Angriffen der Invasoren: Viele Mütter beteiligen sich an den Kämpfen. Die Mütter, die nicht kämpfen, stillen die Kinder der Kämpferinnen mit.“ So lautet der Eintrag, den Eduardo Galeano in seiner Chronik Lateinamerikas „Erinnerung an das Feuer“ für das Jahr 1984 vermerkt.
Tarzan im Hilfsdschungel
[Tina Leischs Kritik von ENJOY POVERTY, Renzo Martens, Niederlande/Kongo 2008, 90min.]
Ein blonder Mann spaziert durch die Wildnis, afrikanische Träger schleppen für ihn drei schwere Kisten durch Wasser und Sumpf, während der Blonde seinen eigenen elegischen Blick filmt, „A man needs a maid“ von Neil Young trällernd.
Wäre es ein Hollywoodfilm, würde die Anwesenheit des Blonden nicht verwundern: ohne mindestens Brad Pitt und Cate Blanchett im Vordergrund, dreht nicht einmal Alejandro González Iñárritu eine Afrikastory. Aber Renzo Martens ist holländischer Künstler, sein mit Wackelhandkamera und verschmutztem Objektiv gedrehter Film „Enjoy poverty“ in erster Linie ein Produkt für Galeristen und Ausstellungspublikum, also für Leute, von denen man annehmen sollte, dass sie vielleicht doch „Postkolonialismus“ buchstabieren können sollten.
Ein blonder Mann spaziert durch die Wildnis, afrikanische Träger schleppen für ihn drei schwere Kisten durch Wasser und Sumpf, während der Blonde seinen eigenen elegischen Blick filmt, „A man needs a maid“ von Neil Young trällernd.
Wäre es ein Hollywoodfilm, würde die Anwesenheit des Blonden nicht verwundern: ohne mindestens Brad Pitt und Cate Blanchett im Vordergrund, dreht nicht einmal Alejandro González Iñárritu eine Afrikastory. Aber Renzo Martens ist holländischer Künstler, sein mit Wackelhandkamera und verschmutztem Objektiv gedrehter Film „Enjoy poverty“ in erster Linie ein Produkt für Galeristen und Ausstellungspublikum, also für Leute, von denen man annehmen sollte, dass sie vielleicht doch „Postkolonialismus“ buchstabieren können sollten.
Jede/r ist eine Minderheit
Vom minoritär-werden im KinoZehn Jahre nach den größten Protestaktionen in der zweiten Republik gegen eine schwarzblaue Regierung stehen jetzt Wahlen in Wien bevor. Was einst vehement als rassistischer Ausnahmezustand angeprangert wurde, droht zusehens zur alpenrepublikanischen Normalität zu werden. Vor diesem ernüchternden Hintergrund versuchen wir, das befreiende Potential filmischer Arbeit jenseits von nationalen Grenzen und provinziell-reaktionärer Kulturpolitik wiederzufinden.
KINOKI. FORO CULTURAL INDEPENDIENTE
KINOKISan Cristobal de las Casas, Chiapas, México
Andador Turistico: REAL DE GUADALUPE Y BELISARIO DOMíNGUEZ 5a (entrada).
Contar y analizar nuestra realidad sin censuras ni límites, a nuestra manera y con nuestro lenguaje.
ver...
Im Vexierbild medialer Urbanität
Pixelierte Ansichten einer Phantom-Stadt von Tom Waibel
(Publiziert in: Konrad Becker, Martin Wassermair (Hg.): Phantom Kulturstadt. Texte zur Zukunft der Kulturpolitik II, Wien: Löcker 2009, S. 157–166)
"Die Panorama-Stadt ist ein theoretisches (das heißt visuelles) Trugbild, also ein Bild, das nur durch ein Vergessen und Verkennen der praktischen Vorgänge zustande kommt. Der Voyeur-Gott, der diese Fiktion schafft, muss sich aus den undurchschaubaren Verflechtungen des alltäglichen Tuns heraushalten und ihm fremd werden." (Michel de Certeau)
Mediale Städte lesen zu wollen wie einen Text, der sich vor uns ausbreitet, entspringt dem Überschwang eines skopischen Begehrens, durch das sich die panoptische Fiktion des Wissens Ausdruck verschafft.
(Publiziert in: Konrad Becker, Martin Wassermair (Hg.): Phantom Kulturstadt. Texte zur Zukunft der Kulturpolitik II, Wien: Löcker 2009, S. 157–166)
"Die Panorama-Stadt ist ein theoretisches (das heißt visuelles) Trugbild, also ein Bild, das nur durch ein Vergessen und Verkennen der praktischen Vorgänge zustande kommt. Der Voyeur-Gott, der diese Fiktion schafft, muss sich aus den undurchschaubaren Verflechtungen des alltäglichen Tuns heraushalten und ihm fremd werden." (Michel de Certeau)
Mediale Städte lesen zu wollen wie einen Text, der sich vor uns ausbreitet, entspringt dem Überschwang eines skopischen Begehrens, durch das sich die panoptische Fiktion des Wissens Ausdruck verschafft.
Die gute Regierung der Zapatistas
Video von Tom Waibel und Oliver Ressler (31 min., Mex. 2006)Comandanta Esther: "Wir als indigene Frauen kämpfen gegen die dreifache Ausbeutung, die wir erleiden: als Frauen, als Indigene und als Arme. Als Frauen werden wir nicht beachtet, werden erniedrigt und gering geschätzt. Als Indigene werden wir wegen unserer Kleidung, Farbe, Sprache und Kultur diskriminiert. Als Arme haben wir weder Recht auf Gesundheit noch Erziehung: man hat uns vergessen. Darum haben wir beschlossen, uns zu organisieren und gemeinsam zu kämpfen, um aus dieser Situation herauszukommen."
Videotranskript
kinoki lumal
kinokis Wanderkino und unabhängige Videoproduktion im Zapatistengebiet in Chiapas (Mexiko) von 1998–2004In abgelegenen Flusstälern wird eine tragbare Leinwand zum nächtlichen Fenster zur Welt und audiovisuelle Selbstbestimmung zu einem Mittel im Kampf um Würde und Gerechtigkeit.
Kinoki Lumals Videoproduktionen
Texte mit Bezug auf kinoki lumal
Madlen Schering: Tragbare Bildwelten
Hito Steyerl: Das Babelfights Syndrom
Gerald Raunig: eventum et medium
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